Tod auf der Fraueninsel, Maurice Richardson, between pages by Piper, 2026
[Rezensionsexemplar, eigene Meinung, Werbung]
Darum geht es
Der Trachtenverein Edelweiß Prien feiert sein 150-jähriges Bestehen mit einem großen Fest auf der Fraueninsel. In den verschiedenen Festzelten geht es hoch her, es wird getrunken, getanzt, geflirtet und musiziert. Was nicht dazu passt, ist die erste Leiche, die gleich am Eröffnungsabend gefunden wird. Die Mordkommision K11 aus München, die inzwischen auch dezentral agieren muss – Budgetkürzung –, wird hinzugezogen und startet die Ermittlungen, doch schon bald geschieht ein zweiter Mord.
Die kurzzeitig aus dem Sonderurlaub zurückbeorderte Kommissarin Kaya Benaty zieht sich schnell wieder aus den Ermittlungen heraus, um ihr eigenes Trauma, den Tod ihres damaligen Freundes, aufzuklären.
Mein Eindruck
Ein Mörder im Bierzelt, viel mehr bayrisches Brauchtum geht fast nicht. So fallen auch die an vielen Stellen im Dialekt gehaltenen Dialoge nicht aus dem Schema eines Regiokrimis heraus. Sie verstärken das Lokalkolorit. Das Drama nimmt seinen Lauf. Die Polizei, in einigen Figuren klischeehaft überzogen, scheint unfähig, den Täter zu ermitteln bis zum großen Finale.
Leider erschließt sich mir nicht, wie der Fall des Bierzeltmörders und die Ermittlungen von Kaya Benaty im Fall ihres Jugendfreundes zusammenhängen. Die einzige Verbindung scheint mir in der Person Benaty zu liegen, die eigentlich auf der Fraueninsel arbeiten soll, aber sich fast sofort wieder beurlauben lässt, um ihren eigenen Fall nachzugehen. Das ist schade, den handwerklich ist die Geschichte von Benaty gut gemacht, glaubwürdiger als die des Bierzeltmörders.
Fazit
Manchmal ist weniger mehr. Oder zwei Fälle greifen wie ein Reißverschluss am Ende ineinander. Dies ist hier leider nicht gelungen. Sieht man darüber und über einige Ungereimtheiten hinweg, ist es ein solide geschriebener, atmosphärisch dichter Regiokrimi, aber der erste Band hat mir besser gefallen.

Danke an Maurice Richardson und den Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.






