Die Porzellanmanufaktur – Zerbrechlicher Friede, Stefan Maiwald, Maximum, 2023
[Rezensionsexemplar, eigene Meinung, Werbung]
Eine bayrische Kleinstadt an der Grenze kurz nach dem Krieg
Darum geht es
1947 in Selb, einer bayrischen Kleinstadt an der tschechischen Grenze, gerade noch im amerikanischen Sektor. Die Porzellanmanufaktur der Thalmayers hat mit einigen Abstrichen den zweiten Weltkrieg überstanden. Sohn Joachim gilt in den russischen Weiten als verschollen. Als der Patriarch stirbt, muss Marie, die älteste Tochter, zusammen mit Sofie, ihrer Schwester, die Geschäfte in die Hand nehmen, sich gegen alle Widrigkeiten zur Wehr setzen und unternehmerisches Geschick beweisen.
Mein Eindruck
Die Personen sind gut ausgearbeitet, jede hat ihre eigene Stimme, ihre eigene Geschichte. Marie als die starke Geschäftsfrau, Sofie mit ihrem offenen Wesen, Joachim in seiner Musikerwelt: sie überzeugen.
Der historische Hintergrund: Deutschland im Wiederaufbau, Opportunisten, die ihren Platz erschwindeln, Kriegsgewinnler, die sich schnell wieder zu mächtigen Personen entwickeln. Alles ist lebendig und schlüssig wiedergegeben. Ein guter Einblick in die damalige Zeit.
Und doch hat die Geschichte wenig Schwung. Jedes Problem, das sich Marie in den Weg stellt, scheint leicht zu lösen. Mir scheint, der Autor scheut davor, seine Protagonisten wirklich leiden zu lassen. Daran ändert auch der Cliffhanger am Ende nichts. Natürlich wurde die Geschichte als Trilogie angekündigt, doch als Leserin schätze ich doch in sich abgeschlossene Bücher. Hier bleibt der Geschmack einer künstlich aufgebauten Spannung.
Als Hörbuch von Nils Kretschmer wunderbar eingesprochen, ihm konnte ich gut zuhören.
Fazit
Eine solide Familiengeschichte mit starken Frauenfiguren, Intrigen und natürlich der Liebe. Ein Blick zurück in das Deutschland von 1947 und die Zeit des Wiederaufbaus. Zeithistorisch interessant, für Fans von starken Frauen, Wiederaufbau, Familiensagas und Liebesromanen.




