Mein Türchen beim Bloghexen – Adventszauber. Nachdem gestern die Planungsdiva gezeigt hat, wie man stressfrei durch die Weihnachtszeit kommt, erzähle ich heute vom Weihnachtsmann und wie er erfunden wurde (lange vor dem roten Kerl). Ich bin schon gespannt, was Sayuchan morgen schreibt. Schau bei ihnen vorbei und lass dich inspirieren.
Der Weihnachtsmann
Wer kennt ihn nicht: den amerikanischen, von einer Getränkefirma geprägten Weihnachtsmann in rot-weißer Kluft mit Rauschebart und Rentierschlitten (oder Weihnachts-LKW), der erstmals 1931 auftritt.
Dabei geht die Tradition des Schenkens ja viel weiter zurück. Angelehnt an den hl. Nikolaus, Bischof von Myra, werden gerade in katholischen Häusern lange Zeit am 6. Dezember Geschenke an die Kinder verteilt. Bei den evangelischen Christen kommt zu Jesu Geburt am 24. Dezember das Christkind. Und bekanntermaßen entwickelt sich Heiligabend zum Fest der Geschenke.
Der Weihnachtsmann taucht im 19. Jahrhundert in verschiedenen Gedichten und Bildern auf, z.B. bei Hoffmann von Fallerslebens »Morgen kommt der Weihnachtsmann« von 1835, abgedruckt auch im Münchner Bilderbogen.
Das zugehörige Bild zeigt einen alten Mann mit langem, weißem Bart, einem Mantel mit Fellbesätzen an den Ärmeln und ebenso eine Mütze mit Fellkrempe.
Die Gaben, die in dem Gedicht erwähnt werden, z.B. Säbel, Gewehr und Kriegsheer, irritieren hier ebenso wie die auf dem Bild gezeichnet Schachtel mit »30 Soldaten«. Sie sind im Blick auf die Zeit zwischen Julirevolution 1830 und Revolution 1848/49 zu deuten. Gerade bei Fallerslebens Gedichten spiegelt sich der Wunsch nach einer Änderung der Machtverhältnisse und einem einigen Deutschland wider.
In den amerikanischen Bürgerkrieg schickt der Zeichner Thomas Nast, geboren in Landau, ausgewandert 1846 nach New York City, »Santa Claus in Camp« zu Weihnachten 1862.
Auf dem Bild bringt ein Mann mit langem Bart und einem fellbesetzten Mantel mit Stars und Stripes den Unionssoldaten kleine Geschenke, Socken und die »Harpers Weekly«, die Zeitung, in der das Bild abgedruckt wird. Er kommt mit einem Schlitten in das Lager der Soldaten, der von Rentieren gezogen wird. Die Zeichnung kommt so gut an, dass Nast in den folgenden Jahren Santa Claus vielfach zu Weihnachten so zeichnet.
Die Zeichnungen, sowohl im Münchner Bilderbogen als auch die von Thomas Nast, ähneln in vielem der Werbefigur, die wir heutzutage als Weihnachtsmann sehen.
Mir scheint, sie haben nur das Fell in weiß und den Mantel in rot gefärbt, einen Gürtel dazu, und voilà.
Schreibimpuls
Weihnachtsmann
Welche Geschichte fällt dir zum Weihnachtsmann ein? Es kann eine Erinnerung an deine Kindheit oder ein Erlebnis sein, das nicht lange zurückliegt. Oder der Weihnachtsmann spielt in einer fiktiven Geschichte eine Rolle …
Die Bücherfanten beim Bloghexen Adventszauber








Ich habe lange an den Weihnachtsmann geglaubt und er kam auch jedes Jahr zu uns. Gespielt wurde er von meinen Eltern entweder von Papa oder Mama, was ich damals ja noch nicht wusste. Vor beiden hatte ich große Angst. Als ich 8 war, spielte mein Opa den Weihnachtsmann und der Zauber war vorbei, weil ich hatte ihn sofort erkannt, da war ich sehr traurig, dass es den Weihnachtsmann nicht gibt. Irgendwann habe ich dann selbst mal den Weihnachtsmann gespielt in meiner Studentenzeit. Es ist schon eine schöne Tradition und die Figur hat auch im Alter noch was erhabenes. LG Edeline
Danke für diesen schönen Impuls. Mir fällt eine Kindheitsgeschichte ein: denn ein einziges Mal kam zu uns leibhaftig der Nikolaus. In meiner Generation gab es noch die Vorstellung, dass er die braven Kinder mit Geschenken belohnt und die unartigen die Rute zu spüren bekommen. Wir waren natürlich brav und für mich und meine Schwester und Cousinen gab es ganz viele Geschenke. Spaßhaft zog er dann aber doch noch die Rute und „drohte“ mit einem Augenzwinkern unserem Opa, der in der ganzen Vorweihnachtszeit die Weihnachtslieder umgedichtet hatte. Noch immer hab ich es im Ohr: „Am Weihnachtsbaume, da hängt ne Pflaume. Wer hat sie denn dorthin gehängt? Es war mein Bruder, das dumme Luder, der hat die Pflaum dort hin gehängt.“ Das war ein Riesenspaß und ich werde das nie vergessen.
Eine schöne Geschichte und ein pfiffiger Opa 🙂
Es erinnert mich an meine Nikolaus Begegnungen:
Bei uns kam nie die Frage nach Gut und Böse, aber jedes Kind im Verein, das ein Gedicht aufsagen konnte, bekam eine Extra-Schokolade geschenkt und das war damals schon etwas besonderes.
Also lernte ich fleißig den Bratapfel auswendig und trug ihn mit Herzklopfen vor. Die Schokolade hat so richtig gut geschmeckt 🙂
Eine frohe Weihnachtszeit